Freitag, 11. Mai 2012

Neustädter Nachbarschafts-Novitäten




Vorbei die Zeiten, als der Werdersee schlichte Heimat der hiesigen Vogelarten war. Neben Haubentaucher, Schwan, Stockente, Reiher und Blässhuhn hat sich nun ein neuer tierischer Nachbar mit Migrationshintergrund angesiedelt.
Man stelle sich vor: direkt neben der seit Generationen in Bremen lebenden Blässhuhnsippschaft ist nun Familie Nilgans eingezogen. Man beäugt sich noch ein wenig skeptisch. Doch die Nilgänse, ehemals wohnhaft an afrikanischen, subtropischen Binnenseen und Flüssen, scheinen bereit, sich mit den Bremer Verhältnissen anzufreunden. Und ihr Nachwuchs zeigt bereits deutlich weniger Berührungsängste.

Noch ein paar Jahre, vielleicht kann ich dann hier schon eines der ersten Nilhühner bestaunen.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Langwierige Tage

Dieser zähflüssige Tag hat es in sich. Oder ich habe das Zähflüssige dieses Tages in mir. Jedenfalls hänge ich in meiner persönlichen Warteschleife fest. Alle Versuche mich auszutricksen sind bis jetzt kläglich gescheitert, als ich da vorweisen kann: Mittagessen, Schokolade essen, Kaffee trinken, #falschgetrennt auf Twitter, Schokolade essen, Telefon anstarren und aus dem Fenster gucken.

Allmählich bin ich ratlos und verheddere mich zusehends in dem dahin dümpelnden, mich umwabernden Tag. Bleibt es nun auf immer Nachmittag? Weder die analogen noch die digitalen Uhren haben es scheinbar nötig, sich auch nur irgendwie zu bewegen. Ich esse ein Stück Schokolade und schaue aus dem Fenster, dann auf die Uhr. Quasi keine Veränderung.

Dieser Tag ist keine Freude des Alltags, ich würde ihn selbst auf einer fiktiven Liste der kleinen Freuden nicht an 1.000-ster Stelle nennen. Das Heute braucht sich nicht einzubilden, überhaupt auch nur irgendwie im Zusammenhang mit Freude, Kurzweiligkeit oder Ähnlichem genannt zu werden.
So, da hast du‘s, erbärmlicher Tag, und das ist zunächst mein letztes Wort!

Dienstag, 8. Mai 2012

Die Welt ist bunt

Auf diesen Artikel bin ich heute eher zufällig beim Stöbern in der Zeit gestoßen und fühle mich regelrecht wachgeküsst.
Der Bericht stellt die Stiftung Futurzwei vor, die Projekte vorstellt, die mit kreativen Ideen die Umwelt schützen und die Gesellschaft sozialer machen.
Ich gebe zu, das klingt erst mal nicht neu.
Was mich so fasziniert sind nicht nur die veröffentlichten tollen Ideen, sondern der Ansatz: kundtun, aufspüren und motivieren statt jammern und jaulen, dass es doch ohnehin schon viel zu spät sei.

Noch habe ich nicht alle Ideen gelesen, aber meine ersten Highlights:
Biologische Putzmittel aus Roter Beete 
Berliner Modelabel schmidttakahashi macht aus Altkleidern Haut Couture

Aber es gibt noch so viele andere tolle Ideen - schau selbst!

"Die Vorgänge auf diesem Planeten sind merkwürdig und wundervoll."

Mit diesem Zitat einer Forschergruppe aus Cambridge möchte ich beginnen. Und die Spannung aufbauen. Denn welches irdische Phänomen lässt die Wissenschaftler diesen Satz fast epischer Vollkommenheit ausstoßen?

Die Antwort klingt profan: Dinosaurier rülpsten und pupsten sich die Erde warm.

Es ist hier die Rede von den 20 Meter langen und bis zu 70 Tonnen schweren, pflanzenfressenden Sauropoden. Vermutet wird, dass diese größten Landtiere der Erdgeschichte, ähnlich wie Kühe, Microben in ihrem Darm hatten die halfen, die pflanzliche Nahrung zu verdauen und somit die Saurier eine amtliche Menge Methangas in die Athmosphäre blasen ließen.

Die Rinderhaltung wird heute als eine der elementaren Ursachen des Klimawandels verantwortlich gemacht - eben wegen des hohen Ausstoßes an Methan. Zusammen mit anderen Wiederkäuern bringen sie es weltweit immerhin auf ca. 50 - 100 Millionen Tonnen Methan pro Jahr.

Gemäß einer theoretischen Berechnung der Forscher brachten es die Sauropoden dagegen auf 520 Millionen Tonnen pro Jahr - 2.675 Liter Methan pro Saurier am Tag.

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Montag, 7. Mai 2012

Man komme mir nicht mit diesen Art von Glückwunsch

Vielleicht gab es sie doch die gute alte Zeit. Ich meine jene Ära, in der nicht Alles, aber doch Einiges, eindeutig besser war als heute.
Zum Beispiel die Wünsche zum Geburtstag. Sicher, die Varianten waren dereinst nicht so vielfältig wie heute. Man beglückwünschte sich recht schlicht mit „Alles Gute zum Geburtstag“, „Sie lebe hoch“ und  „Zum Geburtstag viel Glück“.
Reicht doch.
Allerdings scheint ein Großteil der Bevölkerung da anderer Meinung zu sein. Warum nicht mal forsch die Geburtstagsgrüße englisch loswerden. Ich gebe zu, dass ist nicht weiter schlimm. Doch mit „Happy happy“ und „Happy B-Day„ nimmt das Unheil auch schon sein Lauf und erreicht seinen vorläufigen Tiefpunkt mit „Burtsteltag“.

Freitag, 4. Mai 2012

Frühlingsboten


Kaum hat mir der Mai mit den ersten sonnigen und warmen Tagen den Mund wässrig gemacht, ist es auch schon fast wieder vorbei mit dem Frühling. Was bleibt? Die Erinnerung an ein herrliches Wochende mit abendlichen draußen Sitzereien sowie Fotos vergangener Frühlinge.
Schuld am aktuellen Wetterdilema ist übrigens diesmal Svenja.

Freitag, 27. April 2012

Verkehrte Welt

Gestern Abend war ich bei der Lesung der 11 Freunde im Schlachthof. Es war gut gefüllt, ausgesprochen unterhaltsam, Köster und Kirschneck glänzten mit wohlformulierten Geschichten und Anekdoten aus der Welt des Fußballs - eine runde Sache!

Aber es gibt ja meistens ein „aber“, so auch dieses Mal. Nach der ersten Stunde wurde die wohlverdiente Pause eingeläutet, die Besucher drängten zu Tresen und Toiletten, so auch ich. Die Theke ließ ich links liegen und fokussierte mich gen Abort - wie sehr viele andere auch. Schon aus der Ferne war die Schlange der Wartenden sichtbar und ich zog kurz in Erwägung abzudrehen. Aber was muss, das muss!

Als ich jedoch den Toiletten näher kam machte ich eine erfreuliche Feststellung. Sicherlich begründet in der abendlichen Basisthematik Fußball gab es lediglich vor den Männerklos eine lange, mäandernde Schlange. Zu meiner großen Erleichterung war die Situation bei den Frauen dagegen ganz anders, hier herrschte nahezu gähnende Leere. Großartige, verkehrte Welt.

Vielleicht besuche ich in der kommenden Woche mal eine Lesung rund um Formel 1 oder Snooker Billard.