Dienstag, 10. April 2012

Das Cuba Libre Komplott

Nichts Böses ahnend lud ich am letzten Samstag einen Haufen lieber Freunde zum Essen ein. Es war sehr lustig - wir saßen eng gedrängt in der Küche, speisten gut und der Wein floss reichlich.
Und dann, fast schon auf der nächtlichen Zielgeraden ins Bett, ließ ich mich nur allzu gern überreden, noch mit auf eine Party zu gehen. Weinseliger Überschwang ist stets gefährlich, doch diese über die Jahre erarbeitete Erfahrung fand nicht rechtzeitig den Weg zum Hirn - da saß ich schon gestiefelt und gespornt auf den Fahrrad.
Direkt vor Ort bot sich jedoch eine zweite Chance der Besinnung: eine recht lange Menschenschlange am Eingang. Das sorgt bei mir ohnehin für Verdruss, das Warten mag ich gar nicht, doch bevor ich jaulen und den Heimweg antreten konnte, erfuhr ich, dass wir auf der Gästeliste ständen und zack, schon waren wir von trauter Freundeshand geführt drinnen.
Eigentlich schlug ich mich nun einige Stunden ganz tapfer - und hätte ich nicht den Fehler gemacht, verlauten zu lassen, dass mich nun doch allmählich das eigene Bett magnetisch anzieht, wäre vielleicht noch alles gut gegangen. Ich hätte den polnischen Abgang machen sollen ... So aber wurde fortan dafür gesorgt, dass ich durchgehend ein gefülltes Cuba Libre Glas in der Hand hatte. Erstaunlicherweise kam mir das in keinster Weise befremdlich oder bemerkenswert vor, ganz im Gegenteil.
Erst als ich am nächsten Tag elend erwachte, der Kopf schmerzte und die Taschen noch voller Geld, entlockte ich schließlich dem reizenden Freund, der kaum in besserer Verfassung war, das Komplottgeständnis des vergangenen Abends: „Sie will nach Hause, sorgen wir doch einfach dafür, dass sie immer ein volles Glas in der Hand hat.“

Tja, ich bin aber auch einfach gestrickt ...

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